• Aylin Polzer

Aylin Polzer

Nach jahrelangem, vergeblichem Bitten und Betteln bei meinen Eltern (immerhin hat es irgendwann für ein Aquarium gereicht), erfüllte ich mir während meines Studiums 2006 mit meiner ersten Hündin Shari einen langgehegten Wunsch. 

Viele Ferien hatte ich in meiner Kindheit und Jugendzeit mit dem Umsorgen türkischer Straßenhunde verbracht und unzählige Tränen vergossen, weil ich sie jedes Mal zurücklassen musste, also schloss ich meinen inneren Frieden mit einer Hündin aus dem Auslandstierschutz. Die große, etwa 1-jährige Kangal-Mixhündin aus Antalya war die Katze im Sack, mit der alles begann. 

Im Nachhinein betrachtet hatte ich mehr Glück als Verstand. Der Hund war anspruchsvoll aber händelbar. Ich nahm mir vor, beim nächsten Mal verantwortungsvoller mit meinen Entscheidungen zu sein. Shari blieb bis 2011 bei mir.

2012 zog Kaya ein, eine 10 Wochen alte Havaneser-Mixhündin aus einer privaten Vermittlung. Der Entschluss sie zu mir zu holen fiel aus dem Bauch heraus. Als – zwar gutgemeint aber – komplett reizarm aufgezogenes „Einzelkind“ war sie völlig überfordert mit der Welt; ruhelos, unsicher, sehr klug und bis heute mit vielen (auch einigen selbstgemachten) Baustellen bleibt es immer spannend mit ihr. Sie ist trotzdem meine absolute Partnerin in Crime. 

2013 kam mit meinem jetzigen Mann auch unsere Hündin Calchi in die Runde. Die alte Schäferhund-Mischlingsdame aus Spaniens Straßen brachte mit ihrer u.a. ausgeprägten Abneigung gegen Männer wieder neuen Trainingsinput. Zum ersten Mal suchten wir uns Unterstützung von einem Trainer und schafften es, ihr zu einem ausgeglichenen, entspannten Lebensabend zu verhelfen.

2019 zog unsere jüngste Hündin Elli bei uns ein. Hatte ich mir nach meiner ersten Hündin geschworen, mir keinen Hund mehr blind(!) aus dem Auslandstierschutz ins Haus zu holen, bekam ich mit der erneuten Entscheidung dazu die Rechnung. Die große, 1-jährige HSH-Mixhündin aus der Türkei brachte alles mit, was einen Hundehalter zur Verzweiflung treiben konnte. Ich war froh, mittlerweile auf viele Jahre Erfahrung zurückblicken zu können und zudem in einem Haus zu wohnen, in dem ich ihr ein sanftes Ankommen in ihrer neuen Heimat ermöglichen konnte. Trotzdem stieß ich auch hier schnell an meine Grenzen. 

Die lange Suche nach einem für mich passenden, positiven und höflichen Verhaltenstraining begann und führte mich an diverse Schulen, Trainer und Methoden und ließ mich so verzweifeln, dass ich schlussendlich beschloss, es selbst in die Hand zu nehmen. Ich begann im März 2021 die Ausbildung zur Hundeverhaltensberaterin an der ATN. Schnell merkte ich, wie die tiefe Beschäftigung mit dem Thema mich packte. Immer häufiger wurde ich auch zur Ansprechpartnerin für Freunde und Bekannte bei Problemen mit ihren Hunden und ich merkte, wie erfüllend es sein kann, auch anderen Mensch-Hund-Teams bei ihren Problemen zur Seite zu stehen. Also suchte ich nach einer Möglichkeit, auch praktisch Erfahrungen im Umgang mit solchen Hunden wie meiner zu sammeln. 

Als ich meinen Suchradius etwas erweiterte, stieß ich auf die Hundeschule SyMeHu und das Ausbildungsangebot und freue mich jetzt, seit März 2022 Teil des (Azubi-)Teams zu sein.